Gebr. Wechler Bestattungshaus

Würdevolle Beerdigungen und einfühlsame Trauerbegleitung im Raum Hildesheim

0 51 21 – 20 66 999

info@wechler.de


Echte Kundenbewertungen bestätigen unsere Qualität. Lesen Sie, wie Kunden unsere Arbeit bewerten.

Handwerk macht Familie

115 Jahre Unternehmer mit Respekt.

Plakat Wir sind lebensbejahend, weltoffen, praktizieren unseren Beruf mit Leidenschaft und Überzeugung - und treten dafür nun sogar in einer Imagekampagne der Handwerkskammer vor die Kamera.

Dafür werben wir auf Plakatwänden überall im Kammerbezirk für gelebten Familiensinn im Handwerk.

Interview dazu im Jahresbericht der
Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen

Sie sagten einmal, dass Sie mehr Unternehmer, als Handwerker sind: Wie meinen Sie das genau?

Roy Wechler: Nein, da habe ich mich vielleicht nicht ganz verständlich ausgedrückt. Ich empfinde mich mehr als Dienstleister, denn als Handwerker. Aber das ist ja an und für sich kein Widerspruch, denn beide Branchen haben doch eine große gemeinsame Schnittmenge. Aber in der gängigen Vorstellung arbeitet der Handwerker mehr mit Werkstoffen — manchmal ganz pragmatisch, manchmal sehr kreativ.

Sie kommen aus einer Familie, in der das Bestatterhandwerk eine lange Tradition hat.
War es für Sie selbstverständlich diesen Beruf zu erlernen und die Geschäfte weiterzuführen?

Roy Wechler: Meine Berufswahl ist natürlich stark durch mein Elternhaus geprägt. Aber als junger Mensch war der Beruf für mich noch völlig undenkbar. Ursprünglich wollte ich Fischwirt werden. Aquakultur, Atlantik — das sind die Schlagworte bei denen ich immer noch ins Schwärmen komme. Mein älterer Bruder Marc hatte sich schon viel eher für den Beruf interessiert — damit war die Position auch schon vergeben, weil unser Unternehmen damals noch in einem viel geringeren Umfang operierte. Irgendwann wurde meinen Eltern dann die Übernahme eines weiteren Bestattungshauses angeboten: Herr Pinkvos suchte aus Altersgründen einen Nachfolger. Meine Eltern eröffneten mir damit die Perspektive ebenfalls in die "Familienbranche" einzusteigen und die Tradition fortzusetzen.

Sie sind Bestattermeister und Thanatopraktiker. Was genau machen Sie da und warum haben Sie sich für diese Zusatzqualifikation entschieden?

Marc Wechler: ln erster Linie bedeutet Thanatopraktiker "Einbalsamierer ". Hierbei stehen zwei wesentliche Aspekte der Konservierung eines Leichnams im Vordergrund. Es geht einmal um die Konservierung für eine Überführung ins Ausland, damit ausgeschlossen werden kann, dass Krankheiten übertragen werden. Und zum anderen geht es um die rekonstruktive Herstellung des Erscheinungsbildes, beispielsweise nach einem schweren Unfall oder Selbstmord. Vor allem in den USA legt man sehr großen Wert auf eine würdevolle Aufbahrung. Die Menschen dort bevorzugen es, direkt am offenen Sarg zu trauern und Abschied zu nehmen. Da ich selbst auch der Ansicht bin, dass ein plötzlicher Abschied von einem geliebten Menschen häufig so besser verarbeitet werden kann, habe ich mich für diese Ausbildung entschieden. Dafür war ich in lndianapolis (USA) und habe mir hier die praktischen Fertigkeiten angeeignet. Seit 2009 bin ich Vorsitzender des Verbandes Dienstleistender Thanatologen e.V. (VDT e.V.) und engagiere mich vor allem für neue Denkansätze in der Bestattungskultur. Außerdem bin ich Teil des "Deathcare and Embalming Team Germany". Nach der großen Tsunami-Katastrophe flogen wir damals mit einer Maschine des Auswärtigen Amtes und den Leuten vom BKA nach Phuket. Die vielen Verstorbenen mussten identifiziert und für den Rücktransport nach Deutschland einbalsamiert werden. Aufgrund der enormen Hitze und Feuchtigkeit hatten wir nur eine Woche Zeit, danach war nichts mehr zu machen. Insgesamt haben wir mit zwölf Leuten rund um die Uhr gearbeitet.

Welche Bedeutung hat für Sie der Tod und welchen Grundwerten folgen Sie, wenn Sie Menschen in Ihrer Trauer begleiten.

Roy Wechler: Die Frage nach dem Tod und was danach geschieht ist natürlich auch für mich schwierig zu beantworten. ln meinem Beruf als Trauerredner versuche ich ja, in dieses große Geheimnis hinein zu deuten. Letztendlich bekomme ich für mich selbst keine belastbare Antwort auf die Frage nach dem Danach. Im Umkehrschluss verstärken sich jedoch die Antworten auf die Frage nach den eigenen Lebensprioritäten: Was fange ich mit meinem Leben an? Was ist wirklich wichtig für mich? Durch den Kontakt mit Kunden höre ich von vielen Sterbensgeschichten, aber auch von vielen Lebensentwürfen. Dabei kann ich mein eigenes Tun und Lassen ganz genau reflektieren.

Was wünschen Sie sich für Ihr Handwerk für die Zukunft hinsichtlich der gesellschaftlichen Akzeptanz, Wertschätzung und Offenheit?

Roy Wechler: Hinsichtlich der Akzeptanz und der Achtung unseres Berufes sind wir sehr zufrieden. Unsere Branche hat sich in den letzten 20 Jahren sehr verändert und die Wahrnehmung innerhalb der Bevölkerung ist durch einen offeneren Umgang mit dem Lebensende unglaublich gestiegen. Es ist wahnsinnig bestärkend immer wieder zu erleben, wie viel Vertrauen uns und unserer Arbeit entgegengebracht wird.

Was können spannende Tätigkeitsfelder eines Bestatters sein?

Marc Wechler: Das eigentlich Spannende ist die tägliche Begegnung mit immer wieder anderen Menschen, auf der anderen Seite leben wir ständig mit der (An-)Spannung, dass während einer Bestattung nicht das Geringste schief gehen darf. Es liegt in der Natur der Sache, dass eine Bestattung etwas Einmaliges ist — da darf kein Fehler passieren. in unserem Beruf liegt die Messlatte auf 100%.

Was könnte junge Menschen motivieren, den Beruf des Bestatters zu erlernen?

Marc Wechler: Nun ja, unser Geschäft läuft 365 Tage im Jahr und das immer 24 Stunden — das muss nicht jedem gefallen. Aber viele junge Menschen suchen nach einem sinnvollen Beruf, den sie mit Leib und Seele ein ganzes Leben lang ausfüllen können. Ich für meinen Teil kenne keinen Bestatter, der seinen Beruf ohne innere Erfüllung ausübt. Auch die demographische Entwicklung spricht für die Zukunftsfähigkeit unserer Branche — das sind doch gute Gründe.

Quelle: Jahresbericht 2012/2013 der Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen

Interview Handwerkskammer (PDF)

Artikel dazu in der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung

Der bloße Gedanke an Sterben und Tod ist vielen Menschen einfach unerträglich. In einer Gesellschaft, deren Ideale Jugend, Schönheit und Gesundheit heißen, kommt ihnen die Auseinandersetzung mit dem Thema so riskant vor wie der Kontakt mit einer ansteckenden Krankheit. Doch es geht auch anders. In der Familie Wechler entscheiden sich seit fünf Generationen die Söhne schon als junge Männer, genau diesen Beruf zu ergreifen. Dabei sind Marc (50), Roy (47) und Maximilian Wechler (22) alles andere als sonderbar. Sie sind lebensbejahend, weltoffen, praktizieren ihren Beruf mit Leidenschaft und Überzeugung — und treten dafür nun sogar in einer Imagekampagne der Handwerkskammer vor die Kamera: Demnächst werben sie auf Plakatwänden überall im Kammerbezirk für gelebten Familiensinn im Handwerk. Dabei wird der Bestatter bei den Kammern überhaupt erst seit 1965 als eigenständiger Beruf geführt. Bis dahin zählte er zu den Tischlern, die als Schreiner die Särge mit fachlichem Können zu bauen verstanden. Heute kaufen die Bestatter ihre Särge bei speziellen Sargfabriken fertig gebaut ein. Je nach Holzart und Verarbeitung können die als schlichte Kieferausführung mehrere hundert oder als hochglanzpolierte Mahagoni-Variante mehrere tausend Euro kosten.

Doch Bestatter haben weit mehr Aufgaben zu erfüllen, als die sterblichen Überreste mit Blumenschmuck und schöner Kleidung für den letzten Weg herauszuputzen. Für die Hinterbliebenen sind sie seelischer Beistand in schweren Stunden, sie sind Organisationstalente, die binnen weniger Tage eine Fülle von Aufgaben koordinieren müssen. Oftmals sind sie sogar Detektive, wenn es darum gebt, die Geschichte uralter Versicherungspolice zu entschlüsseln oder längst vergilbte Urkunden in inzwischen geschlossenen Standesämtern, in Bergämtern, auf anderen Kontinenten oder manchmal sogar bei der Fremdenlegion aufzuspüren.

Die Unternehmensgeschichte begann 1898 mit Max Wechler, nachdem dieser die Tischlerwitwe Johanne Lindenberg aus der Osterstraße geheiratet hatte. Zwei ihrer fünf Kinder, Reinhold und Kurt, führten den Betrieb als "Gebrüder" fort, Reinholds Sohn Dieter und Kurts Sohn Jürgen arbeiteten als Vettern Hand in Hand. Ein Teil der Familie legte mit einem Geschäft in der Scheelenstraße dann aber den Schwerpunkt auf Möbelbau, während Dieter und seine Ehefrau Marita in der Rathausstraße das Bestattungsinstitut seit den 1970er Jahren vom Nebenerwerb zur Hauptaufgabe entwickelten.

Für ihren Sohn Marc war es vor 30 Jahren deshalb selbstverständlich, dass er in die gleichen Fußstapfen trat. Berührungsangst, sagt er, habe er nie gehabt. Er machte eine Ausbildung in einem "Vorzeigebetrieb" in Heidelberg, kam mit Mitte 20 zurück nach Hildesheim. Für viele war das ungewöhnlich, einen so jungen Menschen in diesem Job zu sehen", sagt er. Für ihn nicht. Ich wollte nie etwas anderes machen. Es ist ein wertvoller Beruf, eine wertvolle Arbeit, wenn man Menschen so viel Hilfestellung geben kann. Seinem jüngeren Bruder Roy fiel die Entscheidung nicht so leicht. Als Kind, als Jugendlicher habe er sich "nicht im Entferntesten" vorstellen können, in diese Branche zu gehen. Er wollte Fischwirt lernen, vielleicht in Skandinavien eine Lachsfarm betreiben. Doch nach Abitur und Bundeswehr waren die Familien­bande stärker. Als Pinkvos seinem Vater dann auch noch das Bestattungsunter­nehmen in der Wollenweberstraße anbot, fiel die Entscheidung nach einiger Bedenkzeit für Hildesheim. "Mit ganz viel Scheu" nahm Roy Wechler die Herausforderung an, machte eine kaufmännische Ausbildung im elterlichen Betrieb. Mit gerade einmal 22 Jahren Trauernden, die oftmals viel älter waren, Trost zu spenden und ihnen zu sagen, wie ihr Leben weitergehen kann, sei damals wirklich nicht leicht gewesen. Und auch heute noch, nach all den Jahren, sei der Umgang mit toten Menschen für ihn nichts Selbstverständliches. "Sie haben eine Aura, der man sich nicht verschließen kann. Man spürt, wenn jemand im Raum ist, dessen Lebenskreis sich in diesem Moment gerade schließt", sagt Roy Wechler. "Das alles hat aber überhaupt nichts Schauderhaftes, diese Menschen haben ganz viel Würde und Präsenz."

Kein Tag sei wie der andere, sagt Marc Wechler. Oftmals tauchen Bestatter tief in die Lebensgeschichten ein. Es gebe tolle Lebensgeschichten, sagt sein Bruder. Und auch "tolle Sterbegeschichten", wenn jemand geht, ohne etwas offen zu lassen, ohne Angst und ohne Leiden, wenn er mit seinen irdischen Aufgaben fertig geworden und der Tod ihm gnädig gewesen sei.

Roy Wechler arbeitet inzwischen auch als Trauerredner, sein Bruder Marc hat sich zum Einbalsamierer weitergebildet, um zum Beispiel nach Katastrophen wie dem Erdbeben 1999 in der Türkei oder dem Tsunami 2004 in Thailand, bei denen seine Dienste gefragt waren, Tote bis zu ihrer Bestattung zu konservieren.

Ohnehin muss sich die Branche auf immer neue Rituale einstellen. Liefen früher Beerdigungen ziemlich ähnlich ab, werden die Bestatter heute immer öfter mit den Einflüsse anderer Kulturen, anderer Lebensentwürfe konfrontiert. Statt Orgelmusik erklingt bei Trauerfeiern immer häufiger Rock- oder Popmusik. Einige Hinterbliebene gestalten Urnen oder Särge selbst, schreiben eigene Reden. War früher die Erdbestattung die Regel, gibt es heute auch aus finanziellen Überlegungen immer mehr Feuerbestattungen. Und längst nicht jeder findet seinen Frieden im Reihengrab. Seebestattungen, Bestattungen im Friedwald sind Alltag geworden. Und wer es ganz ungewöhnlich will, kann die Asche ins All schießen oder zu Diamanten pressen lassen. Billiger ist es allerdings, ein paar Gramm davon in einem Amulett an der Halskette zu tragen.

Marc Wechlers Sohn Maximilian war lange unschlüssig, welchen Berufsweg er einschlagen sollte. Die Familie habe ihm diese Entscheidung freigestellt. Doch er traf sie bereits nach einem fünfwöchigen Praktikum. Inzwischen macht der 22-Jährige eine Ausbildung zur Bestattungsfachkraft in Paderborn. Auch wenn Sterben und Tod in der Familie immer allgegenwärtig sind, hatte Maximilian Wechler zuvor nie Kontakt mit Verstorbenen gehabt. An seine Arbeit habe er sich schnell gewöhnt. Die Dankbarkeit der Hinterbliebenen für eine schöne, würdevolle Beisetzung bestärke ihn in seinem Tun immer wieder aufs Neue.

Nach all den Jahren in diesem Beruf bleibt für Familie Wechler ein Todesfall immer noch etwas Elementares. Manchmal gehen auch den Bestattern Trauerfeiern unter die Haut, überwältigen einfach in ihrer Dramatik. Dann stellt man sich für einen Augenblick an den Rand, um sich wieder zu sammeln", sagt Marc Wechler. Wir müssen schließlich die Profis sein, das wird von uns erwartet."

Quelle: Hildesheimer Allgemeine Zeitung vom 10. Juni 2013

Artikel HAZ (PDF)